Ein Berg von Legosteinen - Lego für Rollstuhlrampen

Legorampe zur Überbrückung von Schwellen

Viele kleine, unscheinbare Barrieren in Form von Schwellen, Stufen und Bordsteinen existieren in deutschen Städten. Diese stellen für Rollstuhlfahrer vor allem vor Läden, Cafés oder gar Arxtpraxen unüberwindbare Hindernisse dar. Viele Ladeninhaber können nicht mit mobilen Rampen aushelfen. Die Überbrückung, vor allem mit einem e-Rollstuhl der bereits ein Eigengewicht von 200 kg aufweisen kann, undenkbar. Selbst nicht mit Hilfe von Passanten oder Ladenbesitzern.

Der Rollstuhlfahrer bekommt das Gefühl ausgeschlossen zu sein. Denn er kann die Hürde nicht überwinden.

Unüberwindbare Stufe für Rollstuhlfahrer vor einem Laden, keine Legorampe
unüberwindbare Stufe vor einem kleinen Laden

Was ist eine Abhilfe dafür?

Rampen! Hier Rampen aus Lego.

Rampen die vor der Schwelle, Stufe oder dem Bordstein sind und dem Rollstuhlfahrer ein Reinfahren in den Laden ermöglichen.

Warum sind die Rampen aus Lego?

  • Holzrampen verrutschen leicht
  • Legorampen schaffen Aufmerksamkeit, sind bunt und fröhlich
  • Sie zeigen mit dem Finger auf ein Problem, das vielen nicht präsent ist, nämlich was für ein unüberbrückbares Hindernis eine kleine Stufe darstellt
  • Sie sind einfach nachzubauen
  • Es sind keine besonderen fachlichen Fähigkeiten zum Nachbauen notwendig
  • Sie sind extrem schnell fertiggestellt und sofort einsatzbereit (workaround)
  • Das verwendete Material überdauert Jahre
  • Die Rampen sind laut den unten vorgestellten Projekten stabil genug, um den Rollstuhl zu tragen. Auch e-Rollstühle, die ein hohes Eigengewicht haben. Dazu kommt noch das Gewicht des Rollstuhlfahrers. Ob die Rampen bestimmte Sicherheitsbestimmungen einhalten oder TÜV geprüft werden müssten scheint nicht ganz klar zu sein.
  • Die Rampen können auf unterschiedliche Höhen angepasst werden, sind daher sehr flexibel im Einsatz
  • Sie können hohe Gewichte überbrücken, wie z.B. das Gewicht von e- Rollstühlen, die ein hohes Eigengewicht haben (200 kg Rollstuhl plus Insasse).

Wie sieht so eine Legorampe aus?

  • Die Form der Rampen ist keilförmig
  • Je höher sie sein soll, desto länger wird sie.
  • Sie kann ein Gewicht von 1 bis 3 kg haben. 

Wie werden die Rampen gebaut?

  • Die Basis ist eine Legoplatte.
  • Darauf kommt eine Kleberschicht und dann die Legos.
  • In den Zwischenschichten wir jeweils Silikonkleber/ Plastikkleber verwendet.
  • Wer viele Legos parat hat kann die Rampe auch selbst bauen. Lego sparend sind zwei kleine Rampen statt einer großen
  • Wichtig: Anpassen der Höhe der Rampe, je nachdem wie hoch die zu überwindende Schwelle/Stufe ist. Laut einem der unten aufgeführten Projekte ist eine Rampe bis zu einer Höhe von 15 cm möglich. Mit jedem cm weiterer Höhe wir die Rampe um 5 cm länger und dadurch natürlich auch schwerer.
  • Gummimatten ( z.B. fürs Auto) dienen der Bodenplatte als halt.

Je nachdem welches Rampenmodell verwendet wird, werden mehr oder weniger Steine verbaut.

Eine Anleitung zum Legorampenbau hat Raul Krauthausen (ein Aktivist in Sachen Rechte von Menschen mit Behinderung) erstellt. Er hat eine Variante ausgetüftelt, die besonders wenige Legosteine benötigt. Dafür werden ca. 300 Legosteine verbaut. Zur Überbrückung einer Stufe werden zwei davon benötigt.

Hier könnt ihr euch die Bauanleitung dazu anschauen:

Anleitung Mini-Rollstuhlrampe von Raul Krauthausen (externer Link mit Video)

Wo sind die Rampen im Laden zu finden?

Die Rampen liegen nicht die ganze Zeit vor dem Geschäft. Das Prinzip ist:

  • Der Rollstuhlfahrer klopft an
  • die Rampe wird rausgelegt
  • Der Rollstuhlfahrer fährt in den Laden
  • die Rampe wird wieder weggelegt

Wie komme ich an so eine fertige Legorampe?

Verschiedene Projekte beschäftigen sich mit dem Erstellen der Lego-Rampen. Sie sammeln dafür Legos, um immer genügend Material zum Rampenbau zu haben.

Folgende Projekte und Sammelstellen für die Legos sind mir bei meiner Recherche über den Weg gelaufen:

Geschäfte, die Rampen benötigen, können sich bei den verschiedenen Projekten direkt melden. Sie bekommen die Rampen meist kostenlos zur Verfügung gestellt.

İch persönlich würde es begrüßen, wenn die Geschäfte ebenfalls Eigeninitiative zeigen und ihre Rampen direkt selbst bauen oder zu den zur Verfügung gestellten Rampen einen entsprechenden Beitrag leisten (was der eine oder andere sicher schon tut).

Kennst du noch weitere Projekte?

Oder hast du ein Geschäft, in dem du eine Rampe nutzen willst? Dann melde dich bei den Projekten direkt.

Wo kannst du sie selbst nutzen?

Kennst du weitere Anwendungsmöglichkeiten für diese Rampen?

Du könntest sie z.B. auch zuhause nutzen, falls du irgendwo in der Wohnung eine Stufe oder einen Absatz hast. Bei Balkonen kann das auch schonmal der Fall sein.

Wer uns Fotos von Rampen schicken will, kann das gerne machen. Die Schönsten nehmen wir in unseren Artikel mit auf.

Wie sieht es in Österreich damit aus?

Auch in Österreich ist die Idee angekommen. Jedoch gibt es hier bedenken. Schienenrampen sind in Österreich wohl aufgrund der Unfallgefahr verboten. Die Legorampe wäre so eine Schienenrampe. Auch die Geschäftsinhaber mit so einer Rampe aus der Pflicht zur Barrierefreiheit zu nehmen, wird nicht angestrebt. Hier ein österreichischer Beitrag dazu vom 23.10.2019

Durchaus auch eine Überlegung wert. Und deckt sich mit meiner persönlichen Meinung, dass die Geschäfte Eigeninitative zeigen sollten, um sichere Lösungen anzubieten.


Textquelle: inklusion-pflege.de
Bildquelle: Bild von Clovis Cheminot (externer Link) auf Pixabay (externer Link)

Schlagworte: Barrierefreiheit, Rollstuhl, körperliche Behinderung, Rampe für Rollstuhlfahrer, Rampen aus Lego für Rollstuhlfahrer

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