Glühbirne, Energie, Strom

Erstattung von Stromkosten für deine Hilfsmittel – welche Möglichkeiten gibt es?

Du verwendest elektrische Hilfsmittel in der Pflege?

Dann musst du das Gerät regelmäßig aufladen. Der Strom dafür wird Jahr für Jahr teurer statt billiger.

Wer bezahlt die Stromkosten?

Bisher hast du die Stromkosten selbst bezahlt? Dann prüfe, ob du sie dir von der Krankenkasse erstatten lassen kannst.

Denn es gibt einen gesetzlichen Anspruch dafür. Der Anspruch dafür ergibt sich aus SGB V, fünftes Buch, gesetzliche Krankenversicherung § 33 Abs.1. Demnach muss nicht nur das Hilfsmittel, sondern auch die Energie, die zum Betrieb dieses Hilfsmittel benötigt wird, erstattet werden.

Die gesetzliche Krankenkasse muss zuvor auch das Hilfsmittel bezahlt haben. Wenn du dieses privat ohne Arztrezept besorgt hast, musst du die Stromkosten nach wie vor selbst bezahlen.

Wie sieht es für Privatversicherte aus?

Diese Erstattung gilt für gesetzlich Versicherte. Privatversicherte haben grundsätzlich keinen Anspruch darauf. Betriebskosten (dazu zählen die Stromkosten) sind kein Teil der privaten Krankenversicherung. Durch das Gesetz selbst sind sie nicht erstattungsfähig, denn es bezieht sich nur auf gesetzliche Krankenversicherungen ( SGB V, fünftes Buch, gesetzliche Krankenversicherung § 33 Abs.1). Du kannst aber mit deiner Krankenkasse klären, ob eine Kulanzregelung möglich ist.

Willst du wissen, welche Hilfsmittel dazu zählen?

  • Beatmungsgeräte (auch bei Schlafapnoe)
  • Absaugungsgeräte
  • Luftbefeuchter
  • Inhalatoren
  • Mobilitätsgeräte
  • wie elektrische Rollstühle
  • usw.

Kann ich mir die Stromkosten für jedes Hilfsmittel auszahlen lassen?

Ja. Wenn du mehrere Geräte ärtztlich verordnet bekommen hast, kannst du für all diese Geräte zusammen die Stromkosten beantragen.

Wie genau funktioniert die Beantragung?

Das hängt von deiner Krankenkasse ab. Frage diese, ob sie Formulare dafür hat. Einige Krankenkassen berechnen den Verbrauch andere arbeiten mit Pauschalen. Je nachdem wie deine Krankenkasse verrechnet, wird sie unterschiedliche Informationen von dir benötigen.

Eine Pauschale könnte z.B. so aussehen: 3 Euro pro Monat pro Gerät. Da kann es sein, dass diese Pauschale deine tatsächlichen Kosten nicht 100% abdeckt. Bei einer verbrauchsbezogenen Auszahlung hast du die Garantie, dass deine tatsächlichen Kosten auch gedeckt werden.

Manche Krankenkassen bieten ein Formular zum Ausfüllen dafür an. Bei anderen reicht ein formloser Brief. Ein Beispiel für einen Musterbrief findest du unter Musterbrief zur Stromkostenerstattung von Pflege durch Angehörige (externer Link).

Welche Informationen braucht die Krankenkasse von dir?

Ein paar Informationen kannst du dir schon vorab notieren:

  • Wie viele Stunden/Minuten ist das Hilfsmittel (=Gerät) am Tag in Betrieb?
  • Wie oft setzt du das Gerät ein? Wie viele Tage pro Jahr ist es im Einsatz?
  • Wieviel Watt hat das Gerät?
  • Wieviel kostet dich ein Kilowatt Strom? Dafür kannst du einen Blick auf deine Stromrechnung werfen.

Wie viel Kostenersparnis hättest du z.B. bei einem elektrischen Rollstuhl?

Den Rollstuhl einmal komplett zu Laden kostet dich ca. 2,50 Euro. Jetzt hängt es davon ab, wie oft du mit dem Rollstuhl unterwegs bist und wie schnell er wieder leer ist.

Selbst wenn du den Rollstuhl nur einmal pro Woche laden müsstest, kommst du auf Stromkosten von 130 Euro im Jahr.

Kannst du die Stromkosten noch rückwirkend einfordern?

Ja, das kannst du. Und zwar bis zu 4 Jahre rückwirkend.

Die Krankenkasse weigert sich, dir die Stromkosten zu erstatten?

Lege einen Widerspruch ein und nenne den zugrundeliegenden Paragraphen. Wenn du dich unsicher dabei fühlst gehe zu einer Beratungsstelle und lasse dich beraten.

Textquelle: inklusion-pflege.de
Bildquelle: Bild von Johannes Plenio (externer Link) auf Pixabay (externer Link)
Gesetzestext: Sozialgesetzbuch (SGB V), fünftes Buch, gesetzliche Krankenversicherung § 33 SGB V Hilfsmittel, Abs.1

Zusätzliches Bundessozialgerichtsurteil:

“Der Anspruch auf Versorgung mit einem Hilfsmittel nach § 33 Abs 1 S 1 SGB 5 umfasst auch die Versorgung mit der zum Betrieb des Hilfsmittels erforderlichen Energie.” (BSG, Az. 3 RK 12/96)

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